Portugal: Einmal rundherum, Bitte!

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Als wir heute morgen gut gelaunt Abschied von Santarem nahmen, ahnten wir nicht, wie nah wir an der Möglichkeit waren, erstmals das mitgenommene Zelt nutzen zu müssen. Zunächst ging es in Richtung Lissabon. Die Stadt selbst wollten wir nicht besuchen. Zwar hatte uns der Reiseführer Lust auf die portugiesische Hauptstadt gemacht, doch das zu erwartende Verkehrschaos, einer 2 Millionen Einwohner zählenden Stadt, schreckte uns ab. Wir nahmen uns ganz fest vor Lissabon im Rahmen einer mehrtägigen Städtereise separat zu besuchen.
Und trotzdem, bei Lissabon endete die N 10 und wir befuhren die Stadtautobahn und landeten mitten in einem Teile der Stadt, der ein wenig nach Plattenbau aussah. Das stimmte uns nur wenig zufrieden. Also kehrten wir um. Dadurch gelangten wir auf eine Autobahn, die Richtung Algarve ausgeschildert war und uns über die imposante "Brücke des 25.April" führte. Kurzentschlossen blieben wir auf der Straße, auch, wenn sie ab einem bestimmten Kilometer, gebührenpflichtig werden würde.
Zunächst bemerkten wir ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und überfüllte Raststätten entlang der Autobahn. Es fiel uns ein, dass heute die 2. Reisewelle der Einheimischen rollen würde.
Trotzdem ging es zügig voran. Bis in die Nähe von Ourique. Stau? Die Autobahn endete hier vor dem Mauthäuschen. Ungefähr 1 1/2 Stunden verbrachten wir hier und verloren, die durch die schnelle fahrt gewonnene Zeit. Die Rechnung an der Kasse verschlug uns den Atem. Rund 22,00 DM (ca. 11 €) für nicht einmal 150 Kilometer. Doch auch nach der Mautstation endete die Warteschlange nicht. In Richtung Algarve ging es nur noch im Schritt- Tempo. Wir entschlossen uns kurzfristig unser Ziel Vila Nova de Milfontes aufzugeben und uns in dieser Gegend ein Zimmer zu nehmen. Das was wir fanden lag direkt an der Hauptstraße und sagte uns nicht zu. Ein weiteres Objekt war zwar abseits, doch schlug uns beim öffnen der Tür ein leichter Uringeruch entgegen. Also doch weiter in Richtung des ursprünglichen Ziels. Zum Glück endete der Stau für uns, als wir die große Richtung Algarve verließen.

 

 

 

Zunächst fuhren wir nach Odemira. Die ganze Stadt war ausgebucht. Nur bei einer älteren Dame wäre noch etwas frei gewesen. Es gab aber kein Frühstück. Also weiter in Richtung Vila Nova de Milfontes.
Im Ort Verkehrschaos, wir waren jedoch immer noch ahnungslos. Im Tourismusbüro, gab man uns die Auskunft, dass es nur noch Notunterkünfte geben würde. Durch ein Festival sei alles ausgebucht. Wir ahnten immer noch nichts, vermuteten ein lokales Folklorefest. Auch in den nächsten Orten die gleiche Auskunft. Ein Angebot ohne Frühstück fanden wir noch, lehnten es aber ab. Immer noch nicht wissend was wir da taten. Wir wollten die nächsten Ortschaften aufsuchen. So weit kam es aber nicht mehr. Wir trafen auf Polizeipräsenz und gesperrte Ortsdurchfahrten und gelangten an das Festivalgelände.
Mehrere Zirkuszelten, riesige Bühnen und Campingplätze auf staubigen Grund erkärten uns endlich warum wir keine Unterkunft fanden. Uns war klar, das wir bei einem Festival dieser Dimension keine Chance hatten unser Ziel, abends gemütlich am Atlantik zu liegen, zu erreichen.

 

 

Wir entschlossen uns, weiter in Richtung Algarve zu fahren und bei der ersten Gelegenheit ein Quartier zu nehmen. Die nächsten 50 Kilometer konnte davon jedoch keine Rede sein. Keine Chance.
Bis hin zur Serra Monchique waren entweder Festivalgäste oder reguläre Touristen gebucht. An den Rezeptionen wurde uns, wegen unserer Nachfrage, unverständlich entgegengeblickt.
Also bissen wir in den sauren Apfel, trotz vorgerückter Stunde, weiter bis Lagos zu fahren. Gegen 21:00 Uhr kamen wir hungrig und müde dort an. Glücklicherweise fanden wir einen Parkplatz, denn die Stadt war mit einbrechender Dunkelheit zum Leben erweckt worden. Die ersten Pensionen, die uns begegneten, hatten keine freien Betten. Einen Tipp bekamen wir an einer Rezeption, wo eventuell noch etwas zu holen sei. Dieser Hinweis erhielt aber jeder Tourist der nach einem Zimmer fragte.
Also nichts wie los. Wir fanden ein Hotel, in dem uns der Empfangschef sein Notzimmer am Pool für 185 DM (ca. 92,50 €) anbot. Auf unseren Protest hin senkte er seine Forderung auf 150 DM (ca. 75 €). Nicht mit uns, dachten wir trotzig.
Mehr mit dem Mute der Verzweifelten, als noch mit großer Hoffnung auf eine angemessene Übernachtung fuhren wir in Richtung Meia Praia.
Wir fanden das Hotel Aqua Meia Praia und einen Menschen an der Rezeption, der uns ein reguläres Zimmer für 165 DM (ca. 62,50 €) in Aussicht stellte. Jedoch nicht vor 22:00 Uhr, da er noch auf Gäste warte, die noch nicht angereist seien. Da standen wir nun und warteteten auf die erlösende Nachricht. 22:15 Uhr war es dann soweit. Wir konnten ein Zimmer haben. Es entsprach in seiner Ausstattung keiner der ***Pensionen, die wir für weniger als die Hälfte dieses Preises bisher gebucht hatten. So fehlte die Klimaanlage.
Doch wir waren im Laufe des Tages genügsam geworden. Der Meerblick am nächsten Morgen tröstete uns ein wenig.

So verlief mein 40. Geburtstag, den wir beide uns gaaaaaanz anders vorgestellt hatten.

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