Portugal: Einmal rundherum, Bitte!

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Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, bei dem zum ersten mal keine Marmelade auf dem Tisch stand, ging es wieder auf die Straße.
Braganca sollte der nördlichste Punkt unserer Reise werden. Unser Lager für die Nacht wollten wir in Guarda, der höchstgelegenen Stadt des Landes aufschlagen. Wir wußten, dass der heutige Tag davon geprägt sein würde, durch relativ menschenleere Gebirgslandschaften zu fahren.
Bis auf die großen Städte ist der Norden des Landes noch nicht für ausländische Touristen erschlossen. Zu unrecht eigentlich. Die Gebirgszüge in dieser Region muten hügelig an, sie haben es jedoch in sich. So kann sich so ein "Hügel" mal eben als ein 1000 m Berg erweisen. Wer es mag bei hohen Temperaturen zu wandern, der ist hier richtig. Unterwegs trafen wir auch oft auf Radtouristen, die das Land durchstreiften.

 

guarda
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Auf der N 4 ging es zunächst nach Braganca, einem Ort, dessen touristische Hauptattraktion die mächtige , königliche Burg ist. Hier ist das Stammhaus des Herrschergeschlechtes, das das Land von 1640 bis 1910 regierte. Wir beließen es bei einem respektvollen Blick von unten nach oben auf das imposante Gemäuer. Unsere eigentliches Ziel war ein Kirchenneubau, den sich das Bistum geleistet haben soll.
In unserem Reiseführer wurde von diesem Bau geschrieben und seine Fertigstellung für das Jahr 2000/2001 in Aussicht gestellt. Unsere Nachfrage im Tourismusbüro ergab nur die enttäuschende Auskunft, dass der Zeitplan nicht gehalten werden konnte. In diesem Jahr sein mit der Einweihung nicht mehr zu rechnen.

 

Über Nebenstrecken bewegten wir uns unserem Tagesziel Guarda entgegen. Die Reiseführer sind sich darüber einig, daß die Stadt die höchstgelegene der Iberischen Halbinsel ist, wie hoch sie jedoch sein soll, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Wir glauben den Angaben des Michael-Müller-Verlages. Dort stehen 1040 m zu Buche.
Bei Olimar wird der angebliche Volksmund zitiert, der Guarda als "stark, häßlich, kalt und satt" charakterisieren soll.
Wir können nur die Aussage kalt bestätigen, falls wir sie meteorologisch ausdeuten können. Es waren zwar immerhin ca. 20- 25°C am Nachmittag zu messen, uns jedoch, die wir uns an die Gradzahlen, jenseits der 30 gewöhnt hatten, war kalt.
Die Nacht verbrachten wir in der Pension Residencial "Filipe". Das Haus war gediegen eingerichtet. So stellen wir uns, die wir noch nie in England waren, eine britische Einrichtung vor. Besonders der Frühstücksraum hatte eine gewisse, angenehm versnobte Atmosphäre. Der Rauminhalt, des uns zugewiesenen Zimmers entsprach dem vorheriger und nachfolgender. Das drückte sich leider nicht in nutzbarer Wohnfläche aus. Das wir es nahmen war meine Schuld. Ich hatte einfach keine Lust auf Quartiersuche. Das war ein Fehler, wie wir spätestens am nächsten Morgen wußten. Es war recht laut die Nacht über und der an unser Zimmer angrenzende Innenhof einer Zahnarztpraxis ist bei Dunkelheit eine beliebte Toilette.
Alternativen hat die Stadt auf jeden Fall zu bieten.
Abendessen gab es im Restaurant "Beirra". Es war gut und lecker. Interessante Angebote findet man auch, wenn man die engen Gassen der Stadt durchstreift. Lokal reiht sich hier an Lokal. Speiskarten gibt es in englischer und portugiesischer Sprache und, was nicht selbstverständlich in Portugal ist, sie sind bereits per Aushang einzusehen.

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